(Wappen) Siebenbuerger Sachsen in Baden-Württemberg (Wappen)
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5. Erlebnisberichte

Otto Depner

"Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." (Hermann Hesse)

Siebenbürger Sachsen
Einführungsvortrag zur Ausstellung "Die Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen"; am Rednerpult Otto Depner; 1.11.1989

Doch in jedem Anfang steckt auch ein Abschied ein Abschied von unumkehrbaren Realitäten! Dies wurde mir bewusst, als ich nach Kriegsende, aus englischer Gefangenschaft kommend, mit illegal erworbenem Entlassungsschein – ein Sergeant hatte mit Blanko-Formularen ein Geschäft aus unserer Not gemacht – frühmorgens in einer zerbombten niedersächsischen Stadt auf der Straße stand und über mein Studium nachdachte, das ich wegen des Kriegsdienstes unterbrochen hatte.

Der Verlust der Heimat, die Mittellosigkeit, der Status des aus der Gefangenschaft nach Kriegsdienst im deutschen Militär Entlassenen, all das führte dazu, dass ich mich von der einheimischen Bevölkerung ausgegrenzt fühlte. Das Bewusstsein der Pflichterfüllung im Einsatz gegen das Vordringen des Kommunismus in Mitteleuropa wirkte wie der berühmte umgedrehte Spieß. Was nun? Das Leben musste trotzdem weitergehen. Schon bei der Truppe war ich mit vielen Landsleuten zusammen gewesen, so auch später in der Gefangenschaft in Belgien. Geprägt durch solche Bindungen, durch die gewachsene Fähigkeit zur Selbsthilfe und das aus beidem resultierende Mitteilungsbedürfnis suchte man förmlich die Ansprache, und Landsleute waren nun fast überall zu finden, man konnte es in der Öffentlichkeit aufgrund der Sprache heraushören. Der Neubeginn in einem zerstörten Umfeld war nur durch einen ausgeprägten Überlebenswillen zu bewältigen, eine Heimkehr nach Siebenbürgen war vorerst ausgeschlossen. In dieser Lage hatte mir ein persönliches Erlebnis neuen Auftrieb gegeben: In der in Trümmern liegenden Altstadt von Hildesheim waren Leute damit beschäftigt, neben den Aufräumungsarbeiten nach Fundamenten einer früheren Siedlung zu graben. Bei aller Zerstörung sahen Archäologen immerhin noch eine Chance, für zukünftige Generationen die Geschichte zu erforschen, bevor alles wieder verbaut wurde. Ein den Deutschen eigener Aufbauwille war hier trotz Lebensmittelmangels noch ungebrochen. Es herrschte eine ansteckende "Trotzdem"-Haltung. Im Misstrauen der alliierten Siegermächte gegenüber den Sowjets waren wir nun zwischen die Räder der höheren Politik geraten, und das wollte der englische Geheimdienst offenbar ausnutzen – so kam es mir vor, nachdem mich ein Mittelsmann zu geheimdienstlicher Tätigkeit anwerben wollte. Durch allzu konsequente Absage fühlte ich mich nunmehr observiert und sogar bedroht durch eine Einberufung zum Ruhrbergbau ein Signal um mich aus dem Staub zu machen. Eine geplante Auswanderung nach Neuseeland wurde abgelehnt. Somit blieb als Ausweg nur ein Umzug aus der britisch besetzten Zone in ein anderes Bundesland.

Im September 1950 gelang mir der Umzug in die damals französische Zone nach Köngen am Neckar. (Die Umzugsspur hatte ich vorsorglich in die amerikanische Zone geleitet.) Bald erfuhr ich beiläufig, dass in Köngen sogar drei Familien aus Kronstadt lebten. Der Kontakt war schnell hergestellt und damit auch ein Hinweis auf die landsmannschaftlichen Veranstaltungen in Stuttgart – wovon man als Teilnehmer gelegentlich Gebrauch machte. Durch ähnliche Schicksalswege fanden alte Bekannte und Freunde zusammen. Die ersten Treffen beim Heimattag in Dinkelsbühl wurden zum unvergessenen Erlebnis – immer von den Worten "Na servus" begleitet.

Privat war es angezeigt, sich in der aufstrebenden deutschen Wirtschaft beruflich weiterzubilden, um die eigenen Chancen zu verbessern. Die Meisterprüfung war nachzuholen und nach dem Besuch der Vorbereitungskurse das Meisterstück anzufertigen. Als gelernter Tischler hatte ich einen Sekretär mit Intarsien nach siebenbürgischen Motiven angemeldet. Die Handwerkskammer Stuttgart hatte den Entwurf als "siebenbürgisches Meisterstück" angenommen und bei der Abnahme mit "sehr gut" benotet (mit Urkunde vom 26.6.54). Im "Licht der Heimat" erschien ein Artikel über einen Möbel-Grundstock, der "etwas von dem geistigen Erbgut der Vergangenheit" enthalte und "an das Morgen weitergegeben" werde. Wenig später gelang es mir, in einem weiteren Anlauf durch eine weitere Prüfung und unter Vorlage von fachlichen Zeichnungen eine Eintragung in die Architektenliste als Innenarchitekt zu erreichen – mein langersehntes Berufsziel. Eine nennenswerte Mitarbeit in der Landsmannschaft begann für mich erst 1955 mit dem Zuzug nach Stuttgart durch die Beteiligung am Theaterspiel im Freizeitheim Feuerbach. Diese bescheidenen Anfänge sollten die Zusammenkünfte unserer Landsleute beleben und bereichern und waren demnach hausgemachte Sketsche. Zum einen spielte ich, zusammen mit Andreas Recker als Jagdgehilfe, den Jäger auf der Bärenjagd. Über die Aufführung wurde in der SZ vom 14.1.1958 mit einem Foto anschaulich berichtet. Zum anderen fertigte ich in memoriam Hermann Oberth eine Raketenkulisse, welche auf der Bühne mittels Feuerzeug und angezündeten Wunderkerzen unter schrillen sphärischen Tönen der Blasmusik funkenspeiend vom Boden abhob. Der Rückflug verzögerte sich etwas, weil die Astronauten dort oben auf dem Mond einen Landsmann angetroffen hatten – Ausdruck einer schicksalhaften Zerstreuung in alle Winde. Das war anfänglich sozusagen nur die "Kür", denn die eigentliche "Pflicht" begann erst 1958 nach erfolgter Heirat und festem Wohnsitz in Ditzingen.

Mein erstes nennenswertes Engagement für die Gemeinschaft beinhaltet die verantwortliche Mithilfe beim Aufbau der Adventsfeiern, einer fest verankerten jährlichen Veranstaltung des Frauenkreises. Dazu wurde an wechselnden Stellen ein Saal angemietet, je nach gegebener Empfehlung, etwa in Stuttgart-Kaltental, der Ludwig-Hofacker-Gemeindesaal, die Erlöserkirche, das Haus der Heimat und zuletzt in Weilimdorf (von der Kreisgruppe Stuttgart ausgerichtet). Der Aufbau dauerte den ganzen Samstagvormittag und betraf die Anordnung des Weihnachtsbasars nach einem Plan, die Gestaltung einer heimatkundlichen Volkskunstausstellung als Ausschmückung sowie die Gestaltung der Bühne für die Nikolausbescherung. Der Abbau erfolgte am darauf folgenden Sonntag nach der Adventsfeier. Gelegentlich wurde ich auch zur Mithilfe beim Erntedankfest in der Sängerhalle herangezogen. Des Weiteren war ich an der Organisation und dem Versuch einer Art Büttenrede beim Siebenbürger-Ball auf dem "Schönblick" beteiligt.

Hinzu kamen die kulturellen Ausstellungen im Haus der Heimat in Stuttgart. Die Ausstellungen siebenbürgischer Künstler in Baden-Württemberg, doch vor allem die Volkskunstausstellungen waren mit viel Arbeit verbunden, besonders wenn sie wie 1974 in Dinkelsbühl stattfanden. Die Organisation der "Stuttgarter Vorträge" mit dem anschließenden kleinen Imbiss ist auch noch zu erwähnen. Nachdem Frau Hermine Höchsmann jedoch das Kulturreferat an den in Heilbronn wohnenden Helmut Müller abgegeben hatte, kam diese Aufgabe auch auf mich zu – bis Siegfried Habicher die Organisation der Vorträge übernahm.

Mit dem Amtsantritt von Hans-Wolfram Theil als Landesvorsitzender wurde ich in den Landesvorstand als Referent für Organisation berufen. Später übernahm ich dann das Referat für Presse und Öffentlichkeitsarbeit, und 1984 schließlich dann das Amt als stellvertretender Landesvorsitzender. Zusammen mit Konrad Stamm hatte ich 1985/86 die kommissarische Leitung der Landesgruppe inne. Da ich nun beruflich in Stuttgart angesiedelt war, war es mir möglich, ein- bis zweimal wöchentlich die Geschäftsstelle aufzusuchen, um anfallende Arbeiten zu erledigen. Dazu kamen die geforderte Teilnahme an Verbands- und BdV-Tagungen, die Sitzungen und Besprechungen, die Teilnahme an Veranstaltungen und die Besuche der Kreisgruppen Göppingen, Singen, Öhringen, Böblingen, Nürtingen und Sachsenheim. Sie gelten als eine Pflicht im Landesvorstand, um die Arbeit an der Basis zu unterstützen.

In eigener Initiative und zur besseren Information der Kreisgruppen gab ich seit 1985 das INFO-BLATT heraus – es erscheint auch heute noch dreimal jährlich, mit den Terminen, Informationen, Kommentaren zu Berichten aus den Medien.

In den Jahren 1985-1988 war es unmöglich, für die Mitgestaltung des Erntedankfestes in der Sängerhalle in Untertürkheim einen Pfarrer zu gewinnen, so dass ich die Ansprache übernehmen musste. Im November 1990 ergriff ich eine Initiative zum Thema "Umweltschutz" anlässlich einer BdV-Tagung. Der Vorschlag wurde abgelehnt, weil wir mit dem verstärkt einsetzenden Zuzug der Spätaussiedler doch genügend andere Probleme zu lösen hatten. Die Teilnahme an den laufenden Veranstaltungen forderte weiterhin viel Zeit und Engagement, da die siebenbürgischen Kammermusiktage, die Bundesvorstandssitzung, die Landesvorstandssitzung in Sachsenheim und die Gründung der Kreisgruppe Stuttgart anstanden.

Im Vorstand liefen 1989 die Vorbereitungen zum 40-jährigen Jubiläum der Landsmannschaft gut an. Mein Vorschlag, die "Bauernhochzeit in Siebenbürgen" der Kreisgruppe Heilbronn aufzuführen, wurde allgemein angenommen, und der Festakt auf dem Killesberg wurde der Glanzpunkt aller bisherigen Veranstaltungen. Leider ereilte mich ein persönlicher Schicksalsschlag (der Tod der Ehefrau) und lähmte meine aktive Mitarbeit. Bis zum Herbst des Jahres hatte ich mich dann so weit wieder gefasst, dass ich die Ausstellung "Siebenbürgische Kirchenburgen" im Stuttgarter Rathaus aufbauen und den Einführungsvortrag halten konnte. Damit wurde gleichzeitig auch der Grundstock einer Sammlung von attraktiven Großfotos gelegt, welcher nun für weitere Ausstellung zur Verfügung steht und auch auswärts ausgeliehen werden kann. Für Vorträge wurde nebenbei eine Dia-Sammlung erstellt und den interessierten Seniorenkreisen zur Verfügung gestellt.

Im Oktober 1990 nutzte ich meinen Aufenthalt in einer Rehabilitationskur um als Wahlleiter in Mannheim-Käfertal zu wirken. Im Jahr darauf musste ich mich einer sensiblen Operation unterziehen – eine abermalige Behinderung für ein aktives Engagement, verbunden mit einem Rückzug in die Abgeschiedenheit – wobei mir jedoch eine Teilnahme an Veranstaltungen sehr willkommen war. Es gab ja auch angenehme Repräsentationspflichten, wie zum Beispiel der Empfang des "Concordia"-Gesangvereins aus den USA in Gundelsheim.

Bei der Neuwahl des Landesvorstands am 26.9.1992 ließ ich mich dennoch nicht mehr wählen – übernahm lediglich noch die Betreuung der "Stuttgarter Vorträge". Erst nach meiner Wiederheirat konnte ich ab 1994 wieder ein Ehrenamt als Pressereferent übernehmen und mich sogleich an der Bundespressereferententagung in Königstein/ Taunus beteiligen. Es folgte 1996 die Pressereferententagung der Landesgruppe in Waiblingen und im Jahr darauf die in Göppingen.

Im September 1997, zum Tag der Heimat des BdV in Pforzheim, sollte unsere dortige Kreisgruppe die Feier ausrichten und geriet durch die Erkrankung von Hans Bergel als Festredner in arge Bedrängnis. Auf Nachfrage in Stuttgart stellte ich mich zur Verfügung über Siebenbürgen und den Bezug zum Mutterland zu sprechen. Die Veranstaltung fand in der lokalen Presse ein ausgesprochen gutes Echo. Die "Pforzheimer Zeitung" schrieb unter der Überschrift "Vertriebene: Der Realität ins Auge sehen – Gerechtigkeit schafft Frieden." Das "Mühlacker Tagblatt" schrieb in einem Artikel u. a. " . . . Otto Depner betonte in seiner Ansprache, daß die Geschichte der Vertriebenen geprägt gewesen sei von einer ständigen Bewährung und oft genug von einem Neubeginn aus eigener Kraft – dies gelte heute noch: den Gemeinsinn und die mitgebrachten Erfahrungswerte hier einzubringen, Aufmerksamkeit sowie Toleranz zu pflegen zu einem glücklichen Dasein im Mutterland. Er bat darum, daß uns Gerechtigkeit widerfahre, denn Gerechtigkeit schaffe Frieden."

Unsere neue Heimat ist in einem rasanten Streben nach Veränderungen in die weltweite wirtschaftliche Krise geraten. Die Ökonomie hat immer größere Unternehmen im Visier, und dennoch besinnt man sich auf die Leistungsfähigkeit und Notwendigkeit der kleineren Einheiten – getragen von persönlichem Engagement und Eigeninitiative. Das Ehrenamt erreicht einen neuen Stellenwert in seiner Funktion, für die kleinen und kleinsten Einheiten als Stütze des Staates – und davon wurde und wird auch die zukünftige Arbeit der Landsmannschaft getragen. Mittels eines noch vorhandenen Gemeinschaftsgefühls kann sie der umsichgreifenden Gefühlskälte widerstehen und muss auch noch die Kraft aufbringen mit Besonnenheit ihre Wertvorstellungen ohne Identitätsverlust hier einzubringen. Zu einer in diesem Sinne bewältigten Integration sind aber noch gewaltige Umstellungsprozesse erforderlich – und diese Aufgabe liegt noch vor uns; ein Abdriften in eine sogenannte Parallelgesellschaft wäre der verkehrte Weg.

Dieser Gedankengang bestätigte sich bei der von Alfred Mrass initiierten Ausstellung im Stuttgarter Rathaus "50 Jahre Deportation der Südostdeutschen". Die Dokumentation eines realen Geschehens, mit vielen Exponaten aufgebaut, fand im Februar 1997 in den deutschen Medien nicht das erhoffte Echo. Man wollte verständlicherweise damit nicht provozierend wirken – doch daran ist auch die Unsicherheit eines gestörten Identitätsverhältnisses zu erkennen. Die eigene Identität ist jedoch ein markantes Merkmal der Siebenbürger Sachsen.

Die Vorbereitungen zum 50-jährigen Jubiläum der Landsmannschaft waren 1998 die Hauptaufgabe. Die Herausgabe einer Dokumentation des bisher Erreichten erfordert sehr viel Kleinarbeit, ein gutes Erinnerungsvermögen und vor allem Gründlichkeit bei der Durchsicht von Unterlagen. Dieses Thema ließ bei der Landesvorstandssitzung in Sachsenheim auf einen Erfolg hoffen. Im Juli wurde mir in Ludwigshafen beim Internet-Kurs ein Einblick in die zukünftige Komputerwelt gegeben. Obwohl das nicht mehr die Welt meines eigenen Verständnisses ist, wünsche ich dem verjüngten Vorstand viel Erfolg. Unser hiesiges Umfeld ist eine einzige Herausforderung, besonders für die Jugend, um alle noch vorhandenen Kräfte zu einem Gemeinsinn hinzuführen, zu einem Einsatz, welchen die Freiheit einfordert.

Wir stehen weiterhin in der Pflicht dessen, was wir zurückgelassen haben, müssen uns aber zur Hauptaufgabe machen, das "unsichtbare Gepäck" in seinen ererbten Wertvorstellungen (unter neuen Rahmenbedingungen) weiter zu entwickeln und zu entfalten.

Einführungsvortrag zur Ausstellung "Die Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen"; am Rednerpult Otto Depner; 1.11.1989

Heitere Momente am Rande unserer Aktivitäten

Richard Löw

Siebenbürger Sachsen
Richard Löw, Landesvorsitzender

"Ob es wohl auch heitere Begebenheiten im Laufe der Jahre gab?" wurde ich gefragt. Sicher gab und gibt es sie. Landsmannschaftliche Arbeit läuft nicht nur in tiefem Ernst ab. Das wäre ja auch unerträglich. Ich will versuchen, einiges zum Besten zu geben:

Das Fest zum 40-jährigen Jubiläum der Landesgruppe Baden-Württemberg war in vollem Gange. Über 2000 Mitwirkende und Besucher füllten die Halle auf dem Stuttgarter Killesberg. Viel angesehene Prominenz gab uns die Ehre. Alle verfolgten interessiert das Programm. In der Halle wurde es zunehmend wärmer, ja heiß. Lag das an den sommerlichen Temperaturen? An den vielen Leuten?

In der Pause nahm man erfreut und mit Erleichterung die durch die weit geöffneten Saaltüren hereinströmende Luft auf. Was war eigentlich los? Warum funktionierte die Klimaanlage nicht? Der herbeigeholte Techniker stellte nun halb verärgert, halb belustigt Folgendes fest: Im Schalterraum der Klimaanlage befanden sich Regale und auf diese hatte man "Siebenbürger Spezialitäten", die in der Pause zur Erfrischung dienen sollten, abgestellt.

Die sächsischen Hausfrauen hatten sich selbst überboten und Unmengen davon zusammengetragen. So weit so gut. Doch was war nun geschehen? Eine Platte mit Cremeschnitten (Kremäsch) war so an die Relais gedrückt worden, dass das Hauptrelais von einem "Kremäsch" buchstäblich zugekleistert war und somit seinen Dienst verweigerte. Erleichterung bei allen Beteiligten! Nach der Säuberung funktionierte die Anlage wieder einwandfrei!

Fazit: Kleine Ursache, große Wirkung! Auch die komplizierteste Technik kann durch eine vorwitzige siebenbürgische Cremeschnitte lahmgelegt werden!

Zum traditionellen Waldfest nach B. war auch der Landesvorstand geladen worden. Viele Besucher brachten ihre Campingtische und -stühle mit. Das kann nicht schaden, dachten wir, und nahmen unsere auch mit. Auf der Wiese eingetroffen, sahen wir einen freien Tisch. Prima! Wir steuerten darauf los, aber eine etwas aufgeregte Dame verwehrte uns den Zugang mit einem lapidaren "Besetzt!"

Auch gut! Wir schlugen unsere Campingtische auf, machten es uns gemütlich und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Die aufgeregte Dame schoss immer noch hin und her. Da hörten wir die unmutige Klage: "Wo können jetzt die Stuttgarter sein? Wir sollten doch schon längst anfangen!"

So, auf uns wartete man also! "Wir sind schon längst hier! Wir sitzen am Katzentisch!" Verlegenheit einerseits, Lachen unsererseits. Frau N. hatte uns nicht erkannt und den reservierten Tisch gegen jeden Nichtberechtigten vehement verteidigt. Wir blieben aber an unserem Tisch, alle übrigen gesellten sich dazu und es wurde ein fröhlicher Nachmittag.

Oftmals erlebt man auch Ärgerlich-Heiteres, wenn z. B. Unkenntnis über unser Siebenbürgen die Gesprächspartner auszeichnet. Ein biederer Schwabe wollte mir offensichtlich etwas Erfreuliches sagen und sein Wissen über Siebenbürgen kundtun.

"So, aus Siebenbürgen stammen Sie? Ja, ich weiß, wo das liegt, mein Vater war im Krieg dort. Er war in Galati!"

"Freund" Dracula treibt zunehmend sein Unwesen und trägt zum "Bekanntwerden" von Transsylvanien bei. Vor allem meine Heimatstadt, unser gutes altes Schässburg, hat besonders darunter zu leiden. Dracula soll nämlich dort geboren sein!? Allen Ernstes wurde einmal festgestellt: "Ja, Dracula, der ist doch aus Schässburg?! Der wurde dort geboren und hat dort auch regiert!" So ein Schwachsinn! Jedenfalls fotografierten halb Amerika und halb Japan die kleine Marmortafel mit der Inschrift "Hier wohnte Vlad Dracul von ... bis ..." Die mittelalterliche Burg mit ihren Mauern und Türmen wird kaum zur Kenntnis genommen.

Na ja, lassen wir das und schließen damit auch unsere kleine Betrachtung.


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