(Wappen) Siebenbuerger Sachsen in Baden-Württemberg (Wappen)
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Kreisgruppe Ulm/Neu-Ulm

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Siebenbürger Sachsen
Tracht aus Nordsiebenbürgen

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden etliche Siebenbürger Sachsen eine zweite Heimat im Raum Ulm/Neu-Ulm. Zunächst bildeten sich drei kleine Gruppen, die sich unabhängig voneinander trafen.

Im Herbst 1954 wurden auf Initiative der Landsleute aus Ulm alle Siebenbürger aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm zu einem gemeinsamen Treffen in die Gaststätte "Precioza" eingeladen. Somit ist das Treffen vom 4.12.1954 die Geburtsstunde der Kreisgruppe.

Als Begründer dieser Gruppe wird Wilhelm Schlecht betrachtet. Als Leiter dieser Gruppe wurde Rudolf Arz bestimmt. Rudolf Arz und seine Helfer, im Wesentlichen waren es Erna Zerelles und Erwin Schwarz, haben sich sehr bemüht, unsere Landsleute zu organisieren und die Neuankömmlinge zu betreuen. Alljährlich wurde eine Adventsfeier veranstaltet und ab 1962 wurde jedes Jahr Fasching gefeiert.

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Trachten aus Kleinscheuern, Hamlesch und Zeiden

Durch das plötzliche Ableben von Rudolf Arz wurde die Leitung an Erwin Schwarz weitergegeben, dem volle Unterstützung durch die anderen zugesagt wurde. Da parallel zu den Aktivitäten in Ulm die Stuttgarter Landesgruppe bemüht war, alle kleineren Vereinigungen auf Landesebene in einen starken Landesverband zusammenzufassen, um Zielsetzungen in rechtlichen und heimatpolitischen Fragen (Beschleunigung der Familienzusammenführung, Gleichstellung der Rentenansprüche) abzusichern, beschloss man auf Rat von Erna Zerelles, die eine Art Brückenfunktion zu Stuttgart hatte, dem Landesverband beizutreten. Dies geschah 1972.

Bei den Wahlen 1979 wurde Erwin Schwarz als Gruppenvorsitzender wiedergewählt. In der Zeitfolge ließen sich immer mehr Landsleute in den Großraum Ulm nieder. Es entstanden drei große Nachbarschaften:
– 1976 die Nachbarschaft Biberach unter der Leitung von Hans Wilk
– 1978 die Nachbarschaft Heidenheim unter der Leitung von Georg Rill
– 1981 die Nachbarschaft Langenau unter der Leitung von Simon Fleischer.

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Tracht aus Großscheuern

Die Gruppierung der Landsleute aus Riedhausen-Günzburg, die, anfangs unter der Leitung von Johann Kraus sen., sich zu den Ulmern zugehörig fühlten, sonderte sich schon Anfang der siebziger Jahre ab und bildete eine eigene kleine Gruppe in Bayern. Es muss aber erwähnt werden, dass diese kleine Gruppierung, hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Großfamilien bestehend, einen erfolgreichen Bauernverband bildete und durch großes Lob der Landesregierung Bayern und der Landsmannschaft 1968 anlässlich der 20-jährigen Jubiläumsfeier gewürdigt wurde. Es hieß unter anderem: "Sie kamen als Siedler in ein mooriges unerschlossenes Gebiet im Donauried und verwandelten es in eine blühende Landschaft." Diese Landsleute aus Deutsch-Zepling galten lange Zeit als Musterbeispiel für siebenbürgische Pionierarbeit auf landwirtschaftlicher Ebene.

Die Namen dieser zehn Familien aus Deutsch-Zepling sind:
 1. Göttfert Johann, Hausnummer 50
 2. Grajer Georg, 51
 3. Kraus Johann , 52
 4. Grum Mathias, 53
 5. Grum Andreas, 54
 6. Göttfert Johann, 55
 7. Göttfert Johann, 57
 8. Herrmann Johann, 58
 9. Kraus Johann, 59
10. Schuler Michael, 60

Durch die stetig ansteigende Zahl von Aussiedlern im großen Landkreis Ulm nahmen die ehrenamtlichen Tätigkeiten zu. Viele ältere Landsleute mussten betreut werden und junge einerseits integriert und andererseits zur Pflege von Brauchtum und siebenbürgischer Kultur begeistert werden. Die Motivation war groß und doch auch schwierig, da die Entfernungen durch Verteilung der Landsleute in zusätzlich geschaffenen Übergangswohnheimen immer größer wurden. Trotzdem gelang es der damaligen Kulturreferentin Hildegard Schobel zusammen mit dem Jugendreferenten Gerhard Fischer eine Jugendtanzgruppe zu bilden. Zwei Jahre später entstanden unter der Leitung von Georg Modjesch ein kleiner gemischter Chor und eine Laienspielgruppe.

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Tracht aus Stolzenburg

Um diese neuen Tätigkeiten erfolgreich zu unterstützen, beantragten die im BdV zusammengeführten Landsmannschaften unter dem Vorsitzenden Werner Wachholz 1980 bei der Stadt die Einrichtung von Heimatstuben im neu sanierten Reduitgebäude des ehemaligen Forts "Unterer Kuhberg". Dem Antrag wurde entsprochen unter der Bedingung, dass die Landsmannschaften die Innenausstattung tätigen. Im Frühjahr 1982, nach eineinhalbjähriger Bauzeit, fand die feierliche Übergabe an den BdV und somit auch an die Landsmannschaften unter der Schirmherrschaft von Lothar Späth statt. Der damalige Landesvorsitzende Wolfram Theil und der Kreisvorsitzende Erwin Schwarz legten zusammen mit den von ihnen unterzeichneten schriftlichen Urkunden eine Siebenbürgische Zeitung in die Bauurne, die danach eingemauert wurde.

Diese Heimatstube wurde und wird vor allem von der Tanzgruppe, dem Seniorenkreis, dem Vorstand und dem Frauenkreis regelmäßig genutzt.

In Zusammenarbeit mit dem Bund der Vertriebenen wurden in der Vorweihnachtszeit an einem Stand in der Fußgängerzone Kuchen und andere Spezialitäten verkauft. Der Erlös kam der Aktion "Ulmer, helft Euren Mitbürgern" zugute.

1981 erkrankte der langjährige Kreisvorsitzende Erwin Schwarz und stellte sich bei den Neuwahlen 1982 nicht mehr zur Verfügung. Er blieb als Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe erhalten. Der neue Vorstand unter der Leitung von Dietmar Schnabel und seinen Stellvertretern Richard Hohendorf und Georg Modjesch wurde durch sieben Referenten erweitert.

1983 wurde die Tanzgruppe reaktiviert, auf acht Paare erweitert und unter der Leitung von Rosemarie Breckner zu erfolgreichen Auftritten geführt. Neben der Singgruppe wurde eine Theatergruppe ins Leben gerufen, die drei erfolgreiche Darbietungen auf die Bühne brachte.

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Tracht aus Nordsiebenbürgen

Als Dietmar Schnabel 1983 das Amt des Vorsitzenden freigab, übernahm Richard Hohendorf kommissarisch den Vorsitz und wurde bei den Wahlen 1985 im Amt bestätigt.

Am 15. und 16. Juni 1985 veranstalteten die Mitglieder der Tanzgruppe und deren Eltern unter der Leitung von Rosemarie und Simon Breckner das erste Ulmer Kronenfest. Das zweite Kronenfest fand 1986 statt. Bei diesem Anlass wurde die neue Fahne eingeweiht. Bis dahin hatte die Tanzgruppe die andern Veranstaltungen wie Kathreinenball, Bunter Abend, Tanz in den Mai mit ihrem Programm und ihren Trachten bereichert.

Auf Beschluss des Kreisgruppenvorstands entstand das Mitteilungsblatt "Die Glocke". Vom Pressereferenten Elmar Dörner und einem Team von Helfern redigiert, erschien es vierteljährlich, enthielt Beiträge von Landsleuten und erreichte alle Mitglieder der Kreisgruppe. Nach drei Jahren musste "Die Glocke" wegen zu hoher Kosten eingestellt werden.

Durch die Beiträge der Nähgruppe der Seniorengruppe wurde es möglich, viele Pakete nach Siebenbürgen zu schicken.

Bei der 40-Jahr-Feier der Landesgruppe war die Singgruppe durch 18 Mitglieder in dem großen 350-Mann-Chor vertreten.

Im Januar 1990 startete eine große Hilfsaktion für Rumänien, als Fortsetzung der Hilfsaktionen, die schon vorher gelaufen waren. Die Kreisgruppe packte über 100 Lebensmittelpakete und 100 Kleiderpakete, dazu kamen noch 30 Pakete der Nähgruppe. Eine besondere Aktion gelang Georg Modjesch, der durch einen Spendenaufruf in seiner Schule noch 60 Lebensmittel- und 100 Kleiderpakete dazu packen konnte. Der Kreisgruppe gelang es, 8000 DM aufzubringen und in Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen, mit dem Stadtrat Dr. Hartung von Ulm und dem ASB konnten über 50 t Hilfsgüter mit zehn LKWs nach Rumänien gebracht werden. Der Kreisvorsitzende Hohendorf fuhr persönlich mit den Hilfsgütern nach Siebenbürgen, wo diese in Hermannstadt, Mediasch, Broos und Klausenburg verteilt wurden.

Im April 1991 wurde eine Ausstellung unter dem Motto "Aussiedler kommen zu uns" eröffnet.

Im Juli 1992 wurde der langjährige Aussiedlerbetreuer und Ehrenvorsitzende der Kreisgruppe Erwin Schwarz für seine Arbeit mit der Ernst-Moritz-Arndt-Medaille ausgezeichnet.

Seit 1991 organisierte Hildegard Schobel im Gemeindesaal der Wengenkirche Basare mit den Arbeiten des Frauenkreises und aus dem Erlös konnte eine beachtliche Summe der Aktion "Hilfe nach Rumänien" zugeführt werden.

In den Jahren 1991–1994 kamen 110 Familien oder Einzelpersonen nach Ulm und in die Umgebung von Ulm. Ihre weite Streuung in den verschiedenen Unterkünften machte die Betreuung sehr schwer. Um ihnen zu helfen, wurden in den Übergangswohnheimen Beratungsstellen eingerichtet, wo man für kostenlose Übersetzungen, Beglaubigungen und Hilfestellungen sorgte.

In allen Jahren wurden kulturelle Veranstaltungen organisiert, bei denen der Chor und die neu belebte Tanzgruppe immer wieder erfolgreich auftraten.

Hildegard Schobel übergab die Leitung der Tanzgruppe an den Jugendreferenten Hubert Drechsler und Margot Melas. Die fehlenden Trachtenstücke wurden neu erworben.

Der Chor unter der Leitung von Johann Seiwerth zählte 22 Mitglieder. 1994 nahm der Chor am Chortreffen in Trossingen teil.

Am 21. Oktober 1995 feierte die Kreisgruppe ihr 40-jähriges Jubiläum in einem entsprechend feierlichen Rahmen, wo viele für treue Dienste an der Gemeinschaft geehrt wurden.

Inzwischen gibt es einen bestimmten Jahresablauf in den Aktivitäten der Kreisgruppe. Diese wäre ohne die Mithilfe vieler Landsleute nicht möglich.

Im November 1995 organisierten die Kreisgruppen Biberach, Ravensburg und Ulm eine gemeinsame große Kulturveranstaltung mit Beteiligung des Chores, der Tanzgruppe und der Laienspielgruppen in der Festhalle von Schweinhausen bei Biberach. Der Erfolg dieses Abends führte zu einer neuen Großveranstaltung der drei Kreisgruppen 1997 in Ravensburg. Nach den jetzigen Planungen wird die dritte große Veranstaltung im Herbst 1999 in Ulm stattfinden.

Die vielen Aktivitäten der Kreisgruppe wurden in der Öffentlichkeit entsprechend honoriert.


© 1999 Email schickenLandesgruppe@siebenbuerger-sachsen-bw.de, Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. spring an den Anfang des Dokumentes