(Wappen) Siebenbuerger Sachsen in Baden-Württemberg (Wappen)
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Kreisgruppe Sachsenheim

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Die Geschichte der Siebenbürger Sachsen in Sachsenheim beginnt bereits vor über 70 Jahren. In den 20er Jahren besuchten Siebenbürgerinnen die Landfrauenschule, das heutige Lichtensterngymnasium von Sachsenheim. Dies Geschehnis hat sich wiederholt.

Siebenbürger Sachsen
Baumstrietzelbacken bei Lude Döring mit Ministerpräsident Lothar Späth

Nach Kriegsende waren es viele Männer und Frauen, die nach der Januardeportation 1945 nach Russland beziehungsweise aus politischen Gründen nicht mehr in die geliebte Heimat Siebenbürgen zurückkehren durften oder konnten. 1946 kamen die Brüder Julius und Erwin Wonner nach Großsachsenheim. Nach Erkundung der Lage und der Möglichkeiten eröffneten die beiden Brüder zusammen mit Otto Müller das in Siebenbürgen erloschene Bauunternehmen Julius Wonner hier wieder.

Viele Siebenbürger Sachsen fanden sich in dieser Firma zusammen. Nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch musikalisches Können und sportliche Leistungen waren die Gründe dafür, dass bald sehr viele Siebenbürger Platz und Anerkennung in den einheimischen Vereinen fanden. Kaum vorzustellen, aber in kurzer Zeit war ein Drittel der aktiven Mitglieder des "Musikvereins Großsachsenheim" Siebenbürger Sachsen.

Es lag auf der Hand, dass die Siebenbürger Sachsen ihre Gemeinschaft hier wie in der alten Heimat wieder ins Leben riefen.

In gemeinsamen Bemühungen mit Fritz Lukesch, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Baden-Württemberg, wurde die Kreisgruppe Großsachsenheim am 9. Juli 1960 gegründet. Das Gebiet der neu gegründeten Kreisgruppe war der gesamte Kreis Ludwigsburg. Der erste Vorsitzende Hans Copony sah als Hauptaufgabe die Betreuung der Mitglieder und die Annäherung an das Vereinsleben der Stadt.

Da in der Zwischenzeit viele Mitglieder im Besitz von siebenbürgischen Trachten waren, war das Heimatfest die beste Gelegenheit, diese schönen Trachten zu zeigen. Eine stattliche Gruppe war angetreten. Dieses wiederholt sich alle fünf Jahre bei den Heimatfesten.

Am 23.6.1962 wurde Hans Wächter zum Vorsitzenden der Kreisgruppe gewählt. Das Vereinsleben in der Kreisgruppe wurde immer stärker von den alten Bräuchen der siebenbürgischen Nachbarschaften geprägt. Am 24.11.1962 fand in Großsachsenheim der, vermutlich für ganz Deutschland, erste siebenbürgische Kathreinenball statt.

Am 26.1.1963 wurde, wie bei allen Vereinen in Großsachsenheim, der Beschluss gefasst, der Sport- und Kulturgemeinschaft Sachsenheim e.V. (SKS) beizutreten. Dadurch entstand ein noch engerer Kontakt zu den anderen Vereinen. Die Siebenbürger waren bei den Veranstaltungen im Rahmen der SKS dabei:

– 50-jähriges Jubiläum des Musikvereins Stadtkapelle Sachsenheim
– 50-jähriges Jubiläum Schützenverein Hohenhaslach
– 100-jähriges Jubiläum des Gesangvereins "Eintracht" Kleinsachsenheim
– 150-jähriges Jubiläum Liederkranz Hohenhaslach

Zuerst wirkte nur die Trachtengruppe mit, dann kam das Baumstriezel-Schaubacken dazu. Von Großsachsenheim aus nahm das Schaubacken von Baumstriezel seinen Lauf ins Land.

1963 wurde die erste Handballmannschaft in Großsachsenheim aufgestellt. Diese Mannschaft belegte ein Jahr später beim Handballwettbewerb in Dinkelsbühl den ersten Platz.

Die Adventsfeier für Senioren über 60 wurde zur Selbstverständlichkeit. Die jüngeren Frauen spendeten für diese Veranstaltung den Kuchen und die Männer bestritten den Fahrdienst und brachten viele Landsleute aus dem ganzen Kreisgebiet zusammen.

1965 wurde der Beschluss gefasst, am Grabe der verstorbenen Landsleute einen Kranz niederzulegen. Aber nicht nur die Toten werden geehrt. Zur Goldenen Hochzeit und anderen besonderen Anlässen wird ein Geschenkkorb überreicht. Zum siebzigsten Geburtstag und dann alle fünf Jahre wird den Mitgliedern der Kreisgruppe im Namen des Vorstandes gratuliert und ein kleines Geschenk überreicht. Rudolf Roth, Ilse Lutsch, Anna Herberth, Gerhild Albrich, Ilse Göttfert, Maria Fleischer, Gertrud Lang, Hildegard Lutsch und Heidemarie Schuller waren oder sind die Überbringer der Glückwünsche.

1965 lebte in Sachsenheim, dank dreizehn mutiger Männer, der jahrhundertalte Urzelnbrauch wieder auf. Vermutlich durch einen Wink aus Sachsenheim wurde dieser Brauch 1969 auch in Agnetheln wieder zugelassen.

Anfang der 70er Jahre wurden eine Fußballmannschaft und eine Tanzgruppe auf die Beine gestellt.

Man dachte, obwohl man in der neuen Heimat lebte, auch an die alte Heimat. So begannen in dieser Zeit die ersten Hilfsaktionen für Siebenbürgen.

Die Kreisgruppe war für den gesamten Ludwigsburger Landkreis zuständig. Sie betreute die Spätaussiedler aus Siebenbürgen im Bissinger Durchgangslager.

Die Kreisgruppe war und ist noch immer nach dem Modell der alten Heimat in Nachbarschaften organisiert. Da die Mitgliederzahl immer größer und die Betreuung schwieriger wurde, bot es sich an, die Kreisgruppe zu teilen. So wurden im März 1975 Bietigheim und im März 1977 Ludwigsburg zu selbständigen Kreisgruppen.

Sachsenheim betreut auch heute noch die Ortschaften Sersheim, Erligheim, Löchgau, Freudental und Bönnigheim. In Sachsenheim werden die Mitglieder von den Nachbarvätern betreut, während die Auswärtigen die entsprechenden Rundschreiben und Mitteilungen per Post erhalten.

Alljährlich organisiert die Kreisgruppe Fahrten zum Dinkelsbühler Heimattreffen. Mit wenigen Unterbrechungen war stets eine Trachtengruppe und in den letzten Jahren auch die Blaskapelle dabei. Außer diesen Heimattreffen in Dinkelsbühl werden immer stärker die Kontakte innerhalb der alten Ortsgemeinschaften gesucht. Ab Mitte der 70er Jahre gab es in Sachsenheim mehrere Treffen von Heimatortsgemeinschaften:

– Petersdorfer Kirchweih
– Neudörfer Kirchweih
– Zendresch
– Agnetheln
– Zied
– Neustadt
– Scholten
– Henndorf

Diese Treffen wurden zum Teil mit Unterstützung der Kreisgruppe durchgeführt.

Hans Wächter leitete die Kreisgruppe bis 1982 und stellte sich nach zwanzigjähriger Tätigkeit als Kreisvorsitzender aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Am 27.3.1982 wurde Heinz Lang zum Vorsitzenden gewählt.

Seine erste Herausforderung im Frühjahr 1983 waren die Verbandstage der Siebenbürger Sachsen, die in Sachsenheim stattfanden.

Im Dezember 1983 wurden Gespräche über eine Ausstellungsecke in dem geplanten Stadtmuseum geführt. Mit Hilfe von Kathrin Mönch , der damaligen Museumsleiterin in Gundelsheim, war es gelungen, wertvolle alte Stickereien, Trachten, Bücher, Krüge und Teile einer sächsischen Bauernstube aus der alten Heimat zu zeigen. Die Exponate wurden von den Landsleuten teilweise der Kreisgruppe geschenkt, teilweise als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Nach der Verlegung des Museum in das neu erstellte Kulturhaus 1998 wurde die Ecke für die Siebenbürger Sachsen mit Hilfe von Irmgard Sedler als Dauerausstellung eingerichtet.

Durch den Bau eines neuen Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde in Großsachsenheim ergab sich die Möglichkeit, in dem alten Gemeindehaus die leer gewordenen Räume zu mieten. Ein Mietvertrag wurde vorerst auf zwei Jahre abgeschlossen. Durch den tatkräftigen Einsatz vieler freiwilliger Helfer und eine gestartete Spendenaktion, die ca. 4000 DM zusammenbrachte, wurden die Räume ausgestattet und wohnlich gemacht. In dem angelegten Vereinstagebuch wurde festgestellt, dass in den ersten zwei Jahren 136 Veranstaltungen stattgefunden hatten. So kam ein Dauervertrag zustande. Mit Hilfe von Grete Schiffbäumer gelang es, in drei Malkursen siebenbürgische Möbel für die "Gute Stube" anzufertigen. Entsprechende Gardinen wurden von unseren Rentnerinnen gestickt. So ist unsere "Siebenbürgische Heimatstube" entstanden.

Im Herbst 1985 fand unter der Leitung des Sachsenheimer und Bundesjugendreferenten Hansotto Lang das Bundesjugendseminar in Sachsenheim statt. Im Sommer 1988 war das Landestreffen der siebenbürgischen Chöre in Sachsenheim und im Juli 1989, am Tag der Siebenbürger Sachsen, waren die Sachsenheimer Siebenbürger auf der Landesgartenschau in Bietigheim. Im August des gleichen Jahres fand das von der Kreisgruppe organisierte erste Ferienprogramm für Kinder in Sachsenheim statt. Zuerst wurden Broschen und Fensterbilder gebastelt, später wurde mit den Kindern Baumstriezel gebacken. Der Andrang ist so groß, dass nicht alle angemeldeten Kinder berücksichtigt werden können. 50 Kinder werden in zwei Schichten von 30 Helfern betreut.

Lebensmittelpakete nach Siebenbürgen, 25 Jahre Urzelnzunft und die große Hilfsaktion für die notleidende Bevölkerung in Siebenbürgen waren die letzten Veranstaltungen unter der Regie von Heinz Lang, der am 14.9.1991 an den Folgen eines Sportunfalles starb. Maria Henning übernahm kommissarisch den Vorsitz und wurde im März 1992 als Vorsitzende der Kreisgruppe gewählt.

In erster Linie hieß es jetzt, das von den Vorgängern Aufgebaute zu bewahren und gleichzeitig neue Herausforderungen zu bewältigen. So wurden 1995 anlässlich der Feierlichkeiten "500 Jahre Stadtrechte in Sachsenheim" im Januar das große Narrentreffen mit 2000 aktiven Teilnehmern und 20.000 Zuschauern organisiert und durchgeführt.

Beim historischen Heimatfest im Sommer hatte die Kreisgruppe das Motto: "Mit dem Leiterwagen durch halb Europa, der große Treck der Deutschen aus Nordsiebenbürgen im Herbst 1944". Landsleute, die den Treck miterlebt hatten, halfen bei der wahrheitsgetreuen Gestaltung von zwei Leiterwagen mit Pferdegespann. Die nötigen Gegenstände wie Koffer, Truhen, alte Kleidung u.ä. stellten die Landsleute zur Verfügung. Was noch fehlte, wurde vom Bauernmuseum Mack ausgeliehen. Die Musikkapelle und eine stattliche Trachtengruppe begleiteten den Treck. Gleichzeitig wurde beim Stand der Kreisgruppe Baumstriezel gebacken.

Ende des Jahres 1998 hatte die Kreisgruppe 494 Mitglieder. Zur Bewältigung sämtlicher Aufgaben war man auf die Hilfe vieler Mitarbeiter angewiesen.

Kurz zusammengefasst organisiert die Kreisgruppe jährlich, chronologisch gesehen, folgende Veranstaltungen:

Narrentreffen und Urzelntag, Mitgliederversammlung, Fußballturnier, Heimattreffen in Dinkelsbühl, Sommerfest-Grigori, Ferienprogramm der Stadt Sachsenheim, Erntedankfest, kulturelle Veranstaltung mit Kathreinenball und zum Schluss die Adventsfeier. Alle fünf Jahre beteiligt sich die Kreisgruppe am Heimatfest in Sachsenheim. Bis Ende 1998 hat die Kreisgruppe an 28 großen Veranstaltungen in Sachsenheim teilgenommen und diese zum Teil mitgestaltet.

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Frauenreferat und Frauenkränzchen

Siebenbürger Sachsen
Unsere 'Gute Stube'

Nachdem der erste gewählte Vorstand der Kreisgruppe im Amt war, erinnerte man sich der vielen Aufgaben, die in der alten Heimat vom "Frauenverein" bewältigt worden waren. Man stellte fest, dass das Vereinsleben ohne Frauen nicht zu bewältigen ist und so wählte man 1962 Maria Berger und 1964 Ilse Lutsch als Frauenreferentinnen in den Vorstand. Ihre Hauptaufgabe sollte die Mithilfe bei Veranstaltungen sein. 1964 organisierte das Frauenreferat die erste Adventsfeier für die Senioren der Kreisgruppe. Seit 1971 wurde den Senioren zu Advent ein kleines, von jüngeren Frauen gebasteltes Geschenk überreicht.

Auf Wunsch vieler junger Frauen gründete man 1983 das "Siebenbürgische Frauenkränzchen". Ziel dieses Frauenkreises war es, sich näher kennen zu lernen, gemeinsam zu handarbeiten, zu basteln und verschiedene Veranstaltungen zu besuchen. Angesprochen waren alle Frauen der Kreisgruppe und auch Nichtmitglieder. Dem Alter war keine Grenze gesetzt.

1985 übernahm Maria Henning das Frauenreferat und somit auch das Frauenkränzchen. Es wurde sehr viel unternommen. Man besuchte das Stuttgarter Planetarium, das Kernkraftwerk Neckarwestheim, die Gartenschau in Reutlingen und in Bietigheim, zwei Schwimmkurse, einen Ikebana-Kurs, einen Stickkurs für siebenbürgische Stickerei, einen Kochkurs, Diavorträge, die Operette "Land des Lächelns", das Musical "Miss Saigon", das Ostereiermuseum in Trochtelfingen, eine Eisrevue und die Druckerei Gläser in Bietigheim, wo die Sachsenheimer Zeitung erstellt wird.

Eine sehr wichtige Aktion war das Bemalen der siebenbürgischen Möbel zur Einrichtung der "Guten Stube" unserer Heimatstube.

Seit 1990 bedienen die Frauen der Kreisgruppe beim Erntedankfest der evangelischen Kirche. 1999 wurde am 16. Juni bei der Eröffnung des Evangelischen Kirchentages in Stuttgart Baumstriezel gebacken.

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Kulturelles Leben und Veranstaltungen

Siebenbürger Sachsen
Unsere Museumsecke

Nach der Gründung der Kreisgruppe 1960 war die Beteiligung beim Heimatfest in Sachsenheim wie ein Paukenschlag. Angeführt von der siebenbürgischen Trachtenkapelle aus Stuttgart beteiligte sich die erste Trachtengruppe beim Umzug. "Der Erfolg war sehr groß" verzeichnet das Protokoll. Diese Beteiligung wiederholt sich seither alle fünf Jahre.

Der Kathreinenball war nach dem Trachtenumzug der Beginn der Veranstaltungsreihe der aus Siebenbürgen mitgebrachten Bräuche. Mundarttheater mit der Stuttgarter Theatergruppe mit anschließender Tanzveranstaltung, Trachtengruppe beim Winzerfest in Besigheim sind Teile aus dem Programm der Kreisgruppe. Es folgten viele Veranstaltungen:

1965
wurde in Sachsenheim der Jahrhunderte alte Urzelnbrauch aus dem Harbachtal wiederbelebt und fand so in Sachsenheim eine neue Heimat.

1966
fand ein Abend mit der Heimatdichterin Christine Maly-Theil statt.

1967
trafen sich die siebenbürgischen Erzieher in Sachsenheim.

1969
beteiligte sich die Trachtengruppe bei der Stefan-Ludwig-Roth-Feier in Stuttgart

1971
war ein Chor aus Ploiesti zu Gast.

1972
wurde die erste Tanzgruppe gegründet und im Herbst hielt Marie Luise Müller einen Vortrag zum Thema "Stickerei in Siebenbürgen".

1973
Im Juni besuchte eine Delegation aus den USA und Kanada und im Juli besuchten die Jugendgruppen aus Kanada und den USA, Österreich und Deutschland Sachsenheim.

1976
Im Mai waren Jugendliche aus Drabenderhöhe zu Gast und im Juni besuchte der Concordia Chor die Kreisgruppe.

1977
Im Februar fand die erste Singstunde unter Martha Löw statt. Im Juni gab die deutsche Musikschule aus Cleveland ein Konzert in der Festhalle von Sachsenheim.

1978
kam eine Kulturgruppe aus Youngstown zu Besuch und das Tanzleitertreffen der siebenbürgischen Tanzgruppen fand im Heim der Kleintierzüchter in Großsachsenheim statt.

1982
gab der Transsylvania Chor aus Kitchener/Kanada ein Konzert in Sachsenheim

1983
fanden die Verbandstage in Sachsenheim statt. In seinem Grußwort betonte der Bürgermeister Karlheinz Lüth den guten Ruf, dessen sich die Siebenbürger in Sachsenheim als Ergebnis beispielhafter Arbeit der Kreisgruppe erfreuen. Im Herbst kam Besuch aus Setterich.

1985
wurde anlässlich des Heimatfestes das Museum eröffnet. Im Januar feierte die Urzelnzunft ihr 20-jähriges Jubiläum mit Beteiligung vieler schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. Es fand ein Seminar der Bundesjugend statt.

1987
fand das zweite Bundesjugendseminar in Sachsenheim statt.

1988
trafen sich die siebenbürgischen Chöre aus Baden-Württemberg in Sachsenheim.

1989
beteiligte sich die Kreisgruppe an der 40-Jahr-Feier der Landesgruppe. Am Tag der Siebenbürger Sachsen auf der Landesgartenschau in Bietigheim beteiligte sich die Kreisgruppe mit einer Trachtengruppe, mit kulturellem Programm und mit Baumstriezelbacken.

1992
nahm der Chor am Sängerfest der Sachsenheimer Chöre teil. Dieses Fest wurde zu Ehren des Chores aus der Partnerstadt Valreas organisiert, wobei die Kreisgruppe die Bewirtung übernahm.

1993
wurde das erste Waldfest organisiert. Später wurde das Waldfest zum Sommerfest umgewandelt, weil die Raupenplage störend war. Statt des Waldspielplatzes wurde der alte Sportplatz zum Veranstaltungsort.

1995
erfüllte die Kreisgruppe durch das große Narrenfest und durch die Darstellung des großen Trecks alle Erwartungen, die von Seiten der Stadt im Zusammenhang mit dem Jubiläum "500 Jahre Stadtrechte" an die Kreisgruppe gestellt wurden.

Im Herbst fand die Tagung der Kassierer aller Kreisgruppen aus Baden-Württemberg in unserer Heimatstube statt.

1998
wird für alle Beteiligten in schöner Erinnerung bleiben. Die Kulturgruppe aus Youngstown Ohio machte auf ihrer Deutschlandreise auch in Sachsenheim Station. Nach Stadtführung, gemeinsamem Baumstriezelbacken und Mittagessen im Zelt der Kreisgruppe wurde die Gruppe vom Bürgermeister im Sachsenheimer Wasserschloss empfangen. Das gemeinsame Abendprogramm mit Trachtenveranstaltungen stellte den Höhepunkt dar.

Im Mai fand die erste Sitzung des neu gewählten Landesvorstandes in unserer Heimatstube statt.

Zu den festen Programmpunkten gehören die jährlichen Reisen. Seit 1968 hat man auf ein- bis viertägigen Reisen viele Ziele aus der näheren Umgebung, aber auch in der Ferne erreicht. Dazu gehören: der Schwarzwald und der Odenwald, der Bodensee, der Holidaypark in Rust, der Narrenschopf in Bad Dürrheim, wo unter anderen Narrenfiguren auch die Urzeln ausgestellt sind, Speyer, Nürnberg, Würzburg, Setterich, Hamburg, Lüneburg und die Lüneburger Heide, die Königsschlösser Neuschwanstein, Berlin und Linderhof. Ab 1975 führten die Reisen ins Ausland: nach Straßburg, Luxemburg, Salzburg, Wien, Basel, Zürich, Paris, Venedig, Nizza, in die Toscana und in die Provence zur Partnerstadt Valreas. Nach der Wende waren auch Prag, Karlsbad, Potsdam, Neubrandenburg, Schwerin, Güstrow und die Lutherstadt Eisenach auf dem Reiseprogramm.

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Landsleute im politischen Leben und im Vereinsleben der Stadt Sachsenheim

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Heimattag in Dinkelsbühl

Viele Landsleute waren und sind auch heute noch in verschiedenen Institutionen und Vereinen in führenden Positionen aktiv.

Johann Berendt war 19 Jahre lang Vorsitzender des Musikvereins Stadtkapelle Sachsenheim. Er brachte den Verein zu großem Ansehen auch über die Stadtgrenzen hinaus. Unter seiner Regie, unterstützt von Erwin Wonner, unternahm die Stadtkapelle zusammen mit einer Tanzgruppe 1974 eine Amerikafahrt, wo vor Landsleuten in siebenbürgischer Tracht gespielt und getanzt wurde.

Hans Wächter ist Träger der Medaille der Stadt Sachsenheim für besondere Verdienste. Er ist auch Träger der Silbernen Ehrennadel des Handels- und Gewerbevereins, des Ehrenwappens der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, des Ehrenzeichens der Vereinigung schwäbisch allemanischer Narrenzünfte. Er wurde zweimal in den Stadtrat gewählt und war mehrere Jahre lang Vorsitzender der Sport- und Kulturgemeinschaft Sachsenheim.

Erwin Wonner war mit Unterbrechung 14 Jahre im Gemeinderat von Sachsenheim tätig. Als Musikfreund war er Mitglied im Musikverein. Er hat wesentlich zum Aufbau der kulturellen Beziehungen zu den Landsleuten aus Kanada und USA beigetragen.

Richard Henning, seit über 40 Jahren aktiv im Turnverein und seit mehreren Jahren in verantwortungsvollen Posten, ist Träger der Silbernen Ehrennadel vom Baden-Württembergischen Turngau.
Johann Theil war sechs Jahre und Maria Henning ist seit über zehn Jahren im Kirchengemeinderat tätig.
Weitere im öffentlichen Leben aktive oder aktiv gewesene Mitglieder der Kreisgruppe sind:
Michael Gottschick sen., Georg Stierl, Mathias Göttfert, Thomas Lutsch und Rosina Laminger.

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Heimatpolitischer Bereich

Die politischen Ereignisse und die Folgen des Zweiten Weltkrieges haben bewirkt, dass viele Landsleute nicht mehr nach Siebenbürgen zurückkehren konnten. Die Verbundenheit mit der alten Heimat ist über die Jahre hinweg erhalten geblieben. Obwohl der große Wohlstand noch nicht ausgebrochen war, gab es schon 1970 eine Hilfsaktion für Siebenbürgen. Es waren Pakete für die Hochwassergeschädigten. Im März 1971 startete die Aktion "Junge Hilfe über Grenzen". 1975 wurde eine zweite Hilfsaktion für die Hochwassergeschädigten gestartet.

Der Erlös der Benefizveranstaltung in Gundelsheim, bei der Baumstriezel verkauft wurde, ging an die "Hermannstädter Zeitung". Im gleichen Jahr wurde eine Hilfsaktion für die notleidende Bevölkerung in Siebenbürgen durch einen Aufruf an die Bevölkerung unterstützt. Der Aufruf war vom Bürgermeister der Stadt Andreas Stein, vom Vertreter des Roten Kreuzes Dr. Eugen Markgraf und vom Vorsitzenden der Kreisgruppe Heinz Lang unterschrieben. Dieser Aktion schlossen sich alle Kirchen der Stadt und die Sachsenheimer Zeitung an. Die Bietigheimer Firma Hofmeister und die Bissinger Firma Paul Bächle stellten Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung. Die Schüler und Schülerinnen des Besigheimer Gymnasiums überraschten mit rund zwei Tonnen gesammelter und verpackter Lebensmitteln. Von den rund 20.000 DM, die auf das Spendenkonto eingegangen waren, kaufte man noch weitere Lebensmittel, verpackte sie unter der Leitung von Maria Henning und Rudolf Roth und schickte sie mit der Bundesbahn kostenlos nach Schässburg. Mit zwei vollgepackten VW-Bussen und Lastwagen fuhren Hans-Edwin Steilner, Richard Henning und das Ehepaar Hildegard und Hans Lutsch nach Siebenbürgen, um die Hilfsgüter persönlich zu verteilen.

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Theatergruppe

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Theater-Laiengruppe

Anlass für die Gründung einer Theatergruppe war die Programmgestaltung zum 25-jährigen Bestehen der Kreisgruppe. Unter der Leitung von Heinrich Seidel wurde das Lustspiel "Fußball-Fieber" von Karl Voigt einstudiert. In den folgenden Jahren wurden unter der Leitung von Annedore Heitz weitere Stücke einstudiert und mit Erfolg aufgeführt:

1982
das Mundartstück "Äm zwin Krezer", das auch in Mönchengladbach aufgeführt wurde.

1987
"Vater wird gesucht".

1988
"Der Gezkruejen" von Gustav Reich, der persönlich zur Aufführung kam. Das Stück wurde auch in Nürnberg gespielt.

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Der Singkreis

Auf Vorschlag einiger Mitglieder der Kreisgruppe wurde im Februar 1977 der siebenbürgische Singkreis Sachsenheim-Bietigheim gegründet. Die organisatorische Leitung übernahm Marga Steilner, Martha Löw übernahm die musikalische Leitung und hat diese auch heute noch inne. Der damalige Vorsitzende Heinz Lang schuf die Voraussetzungen für gute Probebedingungen. Das alte evangelische Gemeindehaus wurde gemietet, die Heimatstube eingerichtet und man konnte monatliche Chorproben abhalten. Mit Begeisterung sang man bekannte sächsische und deutsche Lieder. Die Proben wurden nun zweimal im Monat abgehalten. Im Laufe der Zeit wurde der Chor ein fester Bestandteil der Veranstaltungen, dazu gehören die Adventsfeier für ältere Leute sowie der Begegnungsgottesdienst für Einheimische und Aussiedler in der Bietigheimer Pauluskirche.

Besondere Erlebnisse waren die Begegnungen mit anderen Chören:

1988

Chortreffen in Sachsenheim.

1989

Festveranstaltung "40 Jahre Landsmannschaft Baden-Württemberg" auf dem Killesberg in Stuttgart.

1991

Heimattage in Dinkelsbühl und Festveranstaltung "850 Jahre Siebenbürger Sachsen" in der Frankfurter Paulskirche.

1994
Chortreffen in Trossingen.

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Die Blaskapelle Zendersch/Sachsenheim

Ein alter Brauch aus der alten Heimat, den 1. Mai einzublasen, bewegte fünf Zenderscher Bläser Mitte der 80er Jahre auch in der neuen Heimat diesen Brauch fortzusetzen. Michael Hinzel mit Sohn Robert, Andreas Ungar, Andreas Prudner und Georg Lierenz waren diejenigen, die mit diesem Brauch den Anfang der Gründung der heutigen Blaskapelle unserer Kreisgruppe machten. 1988 waren es bereits zwölf Mann und so war die Entwicklung dieser Kapelle nicht mehr aufzuhalten. Um eine bessere Basis zu haben trat die Kapelle im April 1994 unter Vermittlung des Landesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Baden-Württemberg, Richard Löw, unserer Kreisgruppe bei.

Der Anfang der Kapelle bestand in der Organisation bei der HOG Zendersch mit dem Zenderscher Frauen-, Sommer- und Katharinenball sowie der Auftrit bei dem Heimattag in Dinkelsbühl. Nach dem Beitritt zur Kreisgruppe Sachsenheim wurden die Aktivitäten mit Beiträgen zum Kulturellen Abend, Urzelntag, Grigori (Sommerfest), Heimatfest, Feuerwehrfest und Weihnachtsmarkt in Sachsenheim erweitert.

Die Kapelle hat zur Zeit einen Bestand von 27 Bläsern. Dirigent ist Robert Hinzel. Vorsitzender ist Horst Prundner.

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Die Sportgruppe

Sie wurde 1963 auf Initiative von Stefan Hendel gegründet. Er erhielt tatkräftige Unterstützung von Johann Junk und dem damaligen Jugendvertreter Michael Zerbes. Beim Aufbau und der Weiterführung dieser Mannschaft kam den Sportlern die sehr große Unterstützung seitens des Vorsitzenden der Kreisgruppe Hans Wächter zugute. Im Wesentlichen wurde Handball gespielt. Die erste Teilnahme an den Jugendwettspielen in Dinkelsbühl 1964 war sofort von Erfolg gekrönt. Bei Spielen gegen bekannte Mannschaften wie München, Berlin und Köln wurde der erste Platz belegt. Der erkämpfte Wanderpokal bekam einen Stammplatz in Sachsenheim. Ab 1972 wurden offiziell keine Wettkämpfe mehr organisiert und man stieg vom Handball auf Fußball um. Am Sonntagvormittag wird trainiert. Seit 1976 wird jährlich ein Spiel gegen die Mannschaft der Kreisgruppe Schwäbisch-Gmünd organisiert. Seit 1979 waren die Spiele beim Industriepokal ein fester Termin. Die Reihe der Erfolge kann noch verlängert werden. Die Aktivitäten der Sportgruppe unter der Leitung von Stefan Hendel wurden vom Vorstand gewürdigt und mit einem Zuschuss von 300 DM gefördert. Davon angespornt wurden 1980 und 1981 die Fußballturniere in Dinkelsbühl in Eigenregie organisiert. Die offiziellen Wettspiele 1982 waren wieder ein voller Erfolg: Sachsenheim belegte im Hand-, Fuß- und Volleyball jeweils den ersten Platz.

1987 organisierte man ein eigenes Fußballturnier für siebenbürgische Mannschaften. Auf Grund der positiven Resonanz wurde daraus eine Dauereinrichtung und es findet mit bis zu 16 Mannschaften immer zwei Wochen vor Pfingsten statt. Die Kreisgruppe stiftete einen Wanderpokal und Bürgermeister Stein übernahm die Schirmherrschaft.

Nach 25jähriger Leitung der Sportgruppe übergab Stefan Hendel 1988 das Amt an Johann Stierl. Inzwischen hat die Sportgruppe feste Regeln für das Vereinsleben mit zwei Mitgliederversammlungen pro Jahr. Viele Helfer wie Michael Gottschick, Hans Holzinger, Volker Schneider, Gerhard Stieger, Mathias Raiger und Johann Brandschert stehen ihr zur Seite.

Fussball ist zwar immer noch die Hauptsache, aber es werden auch verschiedene Aktionen für die Familien organisiert: gemeinsame Skiurlaube, Wanderungen im Tannheimer Wald, Weihnachtsfeier, Spanferkelessen und Ausflüge mit verschiedenen Zielen.

Die Sportgruppe ist bei allen Aktionen der Kreisgruppe mit dabei.

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Die Urzeln

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Urzeln

Sie sind heute kaum noch aus dem Stadtbild von Sachsenheim wegzudenken, denn inzwischen macht auch die Bevölkerung aus allen Stadtteilen am Urzelntag mit.

Einige Agnethler hatten bei der Auswanderung ihre Urzelnanzüge im Gepäck mitgebracht. Es wurden noch Anzüge angefertigt und die restlichen notwendigen Utensilien für den Urzelnlauf besorgt. Nach Klärung aller Formalitäten mit dem Ordnungsamt startete man am 20.2.1965 um 13 Uhr den großen Versuch: Die ersten 13 zotteligen Gestalten waren auf den Straßen von Sachsenheim zu sehen. Sie besuchten der Reihe nach ihre Frauen und wurden von diesen traditionsgemäß mit traditionellen Krapfen und Wein empfangen. Kreissparkassenvorsitzender Reinhold Spiess hatte von dem Urzelnlauf gehört, die Urzeln vor seinem Haus abgefangen, sie ins Haus eingeladen mit Krapfen und Wein überrascht. 25 Jahre hat Reinhold Spiess diesen Empfang als Tradition aufrecht erhalten.

Die Entwicklung des Urzelnbrauchtums war nicht mehr aufzuhalten, es kamen von Jahr zu Jahr immer mehr dazu. Heute kann man mit einem Stamm von 250 Urzeln rechnen.

1971 wurde zusammen mit den beiden Kapellen der Stadt der erste Umzug in Großsachsenheim organisiert. Nach der Eingliederung der anderen Teilgemeinden von Sachsenheim wurde der Umzug auch auf diese ausgedehnt. Inzwischen sind alle Traditionsfiguren, die zum Urzelnlauf gehören, in Sachsenheim angesiedelt. Seit 1994 werden die Umzüge turnusgemäß mit je einem anderen Stadtteil organisiert, wobei der Empfang beim Ortsvorsteher, beim Bürgermeister und Stadtpfarrer zur Tradition geworden sind. Dazu gehören die Vorführungen der symbolischen Figuren: Bär mit Treiber, Schneiderrössel mit Mummerl, Reifenschwinger und ein Ständchen.

1978 wurden die Urzeln vom Ministerpräsidenten H. Filbinger empfangen. Im gleichen Jahr wurde die Urzelnzunft als Gastzunft in die Vereinigung schwäbisch-allemannischer Narrenzünfte aufgenommen. Seit 1987 ist die Urzelnzunft nun Vollmitglied in diesem Verein.

Die Verantwortlichen der Urzelnzunft:

Zunftmeister:
1965 bis 1984 Hans Wächter
1984 bis 1993 Rudolf Roth
1993 bis jetzt Thomas Lutsch

Zunftmeister Stellvertreter:
1965 bis 1984 Rudolf Roth
1984 bis 1993 Thomas Lutsch
1993 bis jetzt Rudolf Roth und Harold Fabritius

Kassier (Säckelmeister):
1965 bis 1990 Wilhelm Herberth
1990 bis jetzt Reinhard Lang

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Ehrungen

Das Programm der Kreisgruppe mit den vielen Veranstaltungen lässt nur ahnen, wie viele Mitglieder ihre Zeit und Kraft der gemeinsamen Sache geopfert haben. Dafür hat man einigen durch verschieden Auszeichnungen gedankt.

Das "Goldene Ehrenwappen" der Landsmannschaft haben erhalten: Maria Berger, Hans Copony, Wilhelm Herberth, Andreas Henning sen., Stefan Hendel, Ilse und Ernst Lutsch, Heinz Lang, Johann Rehner, Rudolf Roth, Rolf Stadler, Johann Theil, Wilhelm Untch sen., Hans Wächter, Martin Wagner, Michael Zerbes, Richard Henning, Georg Stierl, Andreas Henning, Mathias Göttfert, Maria Henning, Hans-Edwin Steilner und Horst Lang.

Das "Silberne Ehrenwappen" haben erhalten: Hans Bretz, Michael Weselan, Maria Fleischer, Martha Löw, Jutta Bahmüller, Gertrud Lang, Johann Stierl, Thomas Lutsch, Reinhard Lang, Brigitte und Alfred Mrass.

Übersicht


© 1999 Email schickenLandesgruppe@siebenbuerger-sachsen-bw.de, Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. spring an den Anfang des Dokumentes