(Wappen) Siebenbuerger Sachsen in Baden-Württemberg (Wappen)
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Kreisgruppe Freiburg


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1. und 2. Amtsperiode

1. Vorsitzender Dr. Richard Brandsch, 1967–1972

Auf Initiative ihres Gründers, Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Dr. Richard Brandsch entstand 1967 die Kreisgruppe Freiburg.
Siebenbürger Sachsen
Kulturtage 1983 - Auftritt im Historischen Kaufhaus Freiburg
Brukenthalchor, Dirigent Kurt Schreiner
Im Vergleich zu anderen Gruppen etwas spät, da in der französischen Besatzungszone den Flüchtlingen und Vertriebenen ein Koalitionsverbot zur Gründung von Parteien und Vereinen auferlegt worden war und die Zuwanderung in Südbaden später einsetzte. Anfangs, in den 50er und 60er Jahren, traf man sich im "Milchhäusle" (heute abgetragen) in der Schlossbergstraße, dann in dem von Johann Peter Reimesch gemieteten "Römerhof" in der Jakobstraße. Wer damals die Anfänge miterlebt hatte, wie z. B. Herr Rudolf Binder (stellvertretender Vorsitzender in fünf Amtsperioden), kannte das bombardierte Freiburg mit seinen Baulücken, hatte das Durchgangslager oder Kriegsgefangenschaft hinter sich, erfuhr aber auch die Fürsorge der Stadt, der Kirchen und der Freiburger Bevölkerung.

Die überschaubare Gruppe mit ihren 19 Gründungsmitgliedern (22.4.1967) legte die Schwerpunkte ihrer Arbeit auf den internen Ausbau und auf vorwiegend gemeinschaftsbildende Tätigkeiten. Von den Anfängen bis heute waren vier bis fünf Vorträge im Jahr Kennzeichen dieser Kreisgruppe, die den Bedarf in der Universitätsstadt auch all die Jahre aus den eigenen Reihen decken konnte.

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3. bis 5. Amtsperiode

1. Vorsitzender Konrad Stamm, 1973–1981

In einer Zeit massiver Zuwanderung aus Siebenbürgen mussten gewisse Akzente neu gesetzt werden. Im Übergangswohnheim Idingerstraße waren vier bis fünf Sozialreferenten tätig, sie empfingen, berieten die Neuankömmlinge und veranstalteten Begrüßungsabende in der heute abgetragenen "Baracke".

Neben dem Ausbau der Beziehungen zu anderen Kreisgruppen und Landsmannschaften gab es die ersten Sammelaktionen für Siebenbürgen. Man organisierte die ersten Busfahrten. Es wurde ein Fasching im Kolpinghaus gefeiert (bis 1995). Es bestand ein Frauentreff, es gab ein Treffen verbunden mit Gottesdienst und "Holzfleischessen" auf der Emmendinger Hütte. Der Totensonntag wurde in Zusammenarbeit mit dem Bund der Vertriebenen begangen.

Siebenbürger Sachsen
Konvoi 1990 - Rast des Freiburger Konvois an der ungarisch-rumänischen Grenze

Im zentral gelegenen Colombi-Schloss (heute Museum für Ur- und Frühgeschichte) fand die erste publikumswirksame Ausstellung statt. In Zusammenarbeit mit dem Künstlerarchiv Heilbronn (Rolf Schuller) eröffnete der Germanist und Kunsthistoriker Prof. Harald Krasser (Hermannstadt-Freiburg) die Ausstellung: "Hermannstadt – 800 Jahre Geschichte einer deutschen Stadt in Siebenbürgen, Pläne und Ansichten" (3.6.–25.6.1978).

In der Adventszeit 1980 wurde die Hermannstädter Weihnachtsmotette vom Organisten und Dirigenten Prof. Franz Xaver Dressler (Hermannstadt-Freiburg) in der evangelischen Christuskirche dirigiert. Diese Veranstaltung hatte eine nachhaltige Wirkung für die Entwicklung des landsmannschaftlichen Lebens der Kreisgruppe. Damit zeichnete sich auch die Gründung des siebenbürgischen Chores ab, der unter der Leitung von Heinrich Truetsch (bis 1984) und Pfarrer Dieter Barthmes (bis 1997) unzählige Male in Freiburg, Stuttgart, Basel, Liestal etc. bis zu seiner Auflösung 1997 auftrat. Im Auf und Ab des Chores gab es in den zehn Jahren 52 Frauenstimmen, 26 Männerstimmen und auch immer entsprechende Instrumentalisten klassischer Musik aus der Freiburger Kreisgruppe.

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6. Amtsperiode

1. Vorsitzender Ludwig Zerbes, 1982–1984

Bei anhaltender Auswanderung und Verhärtung der Ceausescu-Diktatur in Rumänien ergab sich in dieser Amtsperiode die Möglichkeit aktiv vor die Öffentlichkeit zu treten.

Siebenbürger Sachsen
Mannschaft des Konvois aus Freiburg, Singen, Bötzingen (1990)

Die vielen Schüler aus Siebenbürgen und aus dem Banat im Wentzinger-Gymnasium (seit 1975) gaben der Schulleitung (Peter Adler) Anlass, die "Tage der Deutschen aus Rumänien" in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat (Manfred Huber) zu veranstalten. Die von Ursula Korp geleitete siebenbürgisch-sächsische Tanzgruppe trat auf, 1984 auch im Stadttheater und bei der Eröffnung der Stadtbahn. Für Eltern, Schüler und Lehrer gab es eine Ausstellung über Geschichte und Volkskunst aus Siebenbürgen und dem Banat, Vorträge, Podiumsdiskussionen und siebenbürgische Küche. Vom Kulturreferat und dem Bundeskulturreferat (Ingrid von Friedeburg-Bedeus) organisiert, bestimmten die siebenbürgisch-sächsischen Kulturtage in Freiburg im November 1983 das kulturelle Geschehen in der Kreisgruppe. Sie wurden im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz nach dem evang. Gottesdienst in der Zachäusgemeinde Landwasser vom ehemaligen Bruckenthalchor (Dirigent Kurt Scheiner) und Persönlichkeiten der Stadt und Landsmannschaft eröffnet. Danach konnte man in Freiburg eine Woche lang "Siebenbürgisches" erfahren: Ausstellungen siebenbürgischer Künstler, Dichterlesung von Wolf von Aichelburg, Vortrag über die Schule in Siebenbürgen von Prof. Walter König, alte Reisebilder aus Siebenbürgen gezeigt von Manfred Huber, Festkonzert der Geschwister Boettcher im Historischen Kaufhaus.

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7. bis 11. Amtsperiode

1. Vorsitzender Manfred Huber, 1985–1999

Im September 1986 empfing die Uni Freiburg den Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde zu seiner Tagung. Im gleichen Jahr stellt das Wentzinger-Gymnasium (das einzige in Baden-Württemberg, das Rumänisch als 2. Fremdsprache im Abitur zuließ) eine Lehrkraft für Beratung und Betreuung von Aussiedlerkinder ab, damals vorwiegend Kinder aus Rumänien. Auch die damalige Diskussion über den Verlust der Sprache und Identität im sozialistischen Rumänien, über "Bleiben oder Gehen" ging an Freiburg nicht vorbei (Podiumsdiskussion 1986, Leserbriefe).

In diesem Zeitraum ergab sich eine Reihe von Anlässen, gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, begleitet von einer Reihe siebenbürgischer Persönlichkeiten und Freiburger Politikern (Regierungspräsident Dr. Conrad Schroeder, 1. Bürgermeister der Stadt Dr. Sven von Ungern-Sternberg, Ortsvorsteherin von Lehen und Abgeordnete Sigrun Löwisch, alle CDU, Abgeordneter Gernot Erler, SPD):

– das 20-jährige Jubiläum (1987) und das 25-jährige Jubiläum (1994) der Kreisgruppe

– die "Tage der Heimat" 1988 (eine Protestkundgebung gegen das "Planierungssystem" Ceausescus, mit dem Bundesvorsitzenden Dankwart Reissenberger) und 1994 (mit Festredner Hans Bergel, der die "Entheimatung in der Heimat" in den Mittelpunkt stellte)

– Benefizkonzert für Siebenbürgen des Schweizer Musikers Werner Hader und des Chores (1988)

– Arkadenfest (1989) im Stadtteil Landwasser in Zusammenarbeit mit den Stadtteilvereinen, wiederholter Auftritt der Tanzgruppe (Ltg. Nora Huber)

– Der Sonderbericht des Amtes für Statistik und Einwohnerwesen der Stadt Freiburg zählte zwischen 1953 und 1988 28.850 Vertriebene, Aus- und Umsiedler, 4660 kamen in diesem Zeitraum aus Rumänien. 22 Autoren informierten über ihren Bereich, der Vorsitzende der Kreisgruppe über die Siebenbürger Sachsen.

– Höhepunkt dieser Amtszeit waren die Ereignisse 1989/90 und das Zusammenspiel unserer Landsmannschaft in Freiburg mit anderen Institutionen und Behörden in der Zeit nach Ceausescus Sturz in Rumänien. Aufgrund einer Initiative des Vorsitzenden fand am Münsterplatz am 27.12.1989 unter Beteiligung des ersten Bürgermeisters Dr. Sven von Ungern-Sternberg, der Banater Schwaben, der Rumänischen Bibliothek und etwa 800 Teilnehmern eine Solidaritätskundgebung statt.

– Im Anschluss konnten über das Konto "Nothilfe Rumänien" drei Hilfskonvois unter Mitwirkung des Diakonischen Werkes und des Wentzinger-Gymnasiums starten: drei LKW nach Nordsiebenbürgen, sechs nach Hermannstadt und in sieben Dörfer im Umland, ein LKW mit Saatgut in sächsische und rumänische Dörfer um Hermannstadt und Mühlbach.

– 10-jähriges Jubiläum des siebenbürgischen Chores unter der Leitung von Pfarrer Dieter Barthmes (1991)

– 850-Jahr-Feier der Siebenbürger Sachsen in der Zachäusgemeinde Landwasser (1991), die durch ihren Hausherrn Pfarrer Werner Knall (Kronstadt-Freiburg) nach 1976 zum geistigen Sammelpunkt der Kreisgruppe wurde

– Eine Tagung von 1992 war dem rumänischen Schriftstellerprozess von 1959 gewidmet. Die damals verurteilten Autoren (Hans Bergel, Georg Scherg, Andreas Birkner, Harald Siegmund) begingen nicht nur den 80. Geburtstag ihres Leidensgenossen Wolf Freiherr von Aichelburg, sie arbeiteten rumäniendeutsche Vergangenheit nach 32 Jahren auf, leisteten Vorarbeit für die zu erwartende Aufarbeitung rumänischer "Securitate-Vergangenheit".

– Auf derselben Linie bewegte sich 1993 der Vortrag von Günter Volkmer über den "Schwarze-Kirche-Prozess" von 1958, der in Kronstadt gegen 20 zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilte Siebenbürger Sachsen geführt wurde.

– die 50-jährige Gedenkfeier zur Deportation der Siebenbürger Sachsen in die Sowjetunion mit Festredner Dr. Michael Kroner, Orgelmusik und Bilddokumentation und dem Videofilm von Günter Czernetzky über die Donbas-Sklaven (1995).

– die Stefan-Ludwig-Roth-Feier 1996

– Wesentlicher Bestandteil der Planungsarbeit waren die jährlichen Feste der Kreisgruppe im Jahresablauf. Fasching – seit 1996 in der Bundschuhhalle Lehen, "Tocana-Essen" – seit 1985, Grillfest und Baumstriezel im Unteribental (das ohne den selbstlosen Einsatz des seit 1985 stellvertretenden Kreisvorsitzenden Ernst Prediger nicht funktionieren würde) sowie die Advents- und Nikolausfeier.

In sämtlichen Amtsperioden gab es eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit zwei weiteren siebenbürgisch-sächsischen Vereinen in Freiburg: dem "Hilfsverein Siebenbürgerheim Freiburg e. V." (gegründet 1972 vom Vorsitzenden Rudolf Binder, Vorsitz seit 1998 Günter Volkmer) und der Gebietsgruppe Freiburg der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereines (gegründet 1986, Vorsitzender Manfred Krawatzky).

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